01.01.2022
Das letzte Jahr war gar nicht so schlimm
Das hätten wir!
2021 hat uns nicht geschafft! Auch wenn es sich streckenweise wirklich Mühe gegeben hat…
Nein, 2021 hat zwar mit diversen Lockdowns (yeah, Anglizismen!) und Corona-Varianten wirklich Einsatzbereitschaft gezeigt, den Titel „miesestes Jahr der Neuzeit“ zu erhalten, aber am Ende hat es ihm an Konsequenz gefehlt.
Denn 2021 hatte ein paar wirklich großartige Momente und Ereignisse!
Da kannst du jetzt mal selbst drüber nachdenken, was das bei dir so war, und wenn du Lust hast, kannst du es mir auch gerne erzählen (ein paar Kontakt-Kanäle gibt’s ja).
Einer meiner besonderen Momente, wahrscheinlich auch für lange Zeit der herausragendste, hat nichts mit Fotografie zu tun, auch wenn auch hier etwas passiert ist.
Nein, mein größter Moment dieses Jahr hatte berufliche Natur und fand am 10 Juni dieses Jahres statt.
Denn das war der Tag der Abgabe meines Meisterstücks im Metallbauhandwerk: eine kreisrunde Sitzbank, die um einen Baum herum gestellt werden kann.
Das war der Tag, an dem ich zum letzten Mal eine schulische Prüfung zu bewältigen hatte, nachdem die theoretischen Kurse bereits bestanden waren.
An diesem Tag sollten über 4 Jahre berufsbegleitende Weiterbildung ihren krönenden Abschluss finden und ich mein Meisterstück, das ich in den vorangegangenen Wochen, Monaten und Jahren erdacht, geplant, konstruiert und dann auch angefertigt habe, den kritischen Augen des Prüfungsausschusses vorführen.
Auch die Prüfung war übrigens quasi berufsbegleitend! Ich habe also erst einen normalen Tag gearbeitet und erst abends diese Prüfung absolviert!
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal in dem Maße nervös über eine Baustelle gerannt bin. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt jemals derartig nervös gewesen bin, höchstens bei meinem Abitur 2007.
Und ich glaube, es wird auch noch eine Weile dauern…das hoffe ich sogar…bis ich wieder eine solche Nervosität ertragen muss.
Ich kann noch so gut vorbereitet und mir meiner Sache sicher sein – Prüfungssituationen sind für mich ganz schön fordernd.
ABER
Es hat geklappt.
Und so war wohl das wegweisendste Ereignis dieses Jahr für mich, endlich meine Ausbildung zum Metallbaumeister abzuschließen. Und ich bin mächtig stolz, dass der Meisterbrief jetzt über meinem Schreibtisch thront!
Unten auf dieser Seite findest du eine kleine Bildergalerie von den Fertigung und der fertigen Bank.
Und noch eine große Sache für mich…etwas offensichtlich, aber nichtsdestotrotz wichtig und zumindest mit Potential:
Ich habe eine freiberufliche Tätigkeit angemeldet, damit ich meine Fotos verkaufen kann.
Ich kann jetzt nicht wirklich behaupten, dass das bisher von großem Erfolg gekrönt war, aber es ist etwas, was ich schon sehr lange erwogen habe. Und es macht mir einfach Spaß, ein solches Unterfangen auszuarbeiten. Die Website aufbauen und gestalten, mir überlegen, wie ich Bestellungen umsetzen und möglichst umweltfreundlich produzieren und versenden kann.
Möchte ich es tatsächlich beim Verkauf der Fotoducke belassen, oder möchte ich vielleicht eines Tages auch Kurse anbieten und mein Wissen weiter reichen?
Wie kann ich die Nummer bewerben, ohne allen damit auf die Nerven zu gehen, dass man schon wieder mit Werbung zugebombt wird?
Vielleicht ist deshalb auch noch nicht allzu viel passiert: ich bin sehr zurückhaltend damit, laut zu erwähnen, dass es meine Bilder zu kaufen gibt. Und im Vergleich mit anderen Leuten, die so etwas machen, bin ich in den sozialen Medien verhältnismäßig zurückhaltend.
Naja, und vielleicht sind meine Bilder eben doch nicht so begehrenswert, wie ich denke. Aber es geht für mich hier nicht um Geld, sondern um das reine Vergnügen an der Fotografie.
Und wenn ich am Ende nix damit einnehme, dann war es einfach ein interessantes Projekt.
Das Urteil darüber fälle ich in 2 Jahren.
Jetzt freue ich mich erstmal auf ein neues Jahr, das viel für uns bereit hält!
2022 wird sicher noch einmal anstrengend, was die Pandemie angeht, aber gemeinsam können wir das schaffen. Und ich bin mir sicher, dass 2022 auch ein paar echt schöne Sachen anstehen, und auf die bin ich schon richtig gespannt!
Ich wünsche dir ein frohes neues Jahr!
Größte Faszination an meinem Beruf ist für mich wohl, dass wir in meinem Betrieb noch traditionelle Schmiedetechniken verwenden. Das wollte ich auch bei meinem Meisterstück. Hier biege ich gerade eines der Standbeine für die Sitzbank, die es werden soll.
Die Beine bestehen jeweils aus einem durchgehenden Flachstahl, den ich mit dem Acetylenbrenner und einer Schablone in Form biege.
Es ist schweißtreibende Handarbeit, aber es macht Spaß und es ist faszinierend, wie Stahl sich verformen lässt, wenn man ihn nur anzupacken weiß.
Die Sitzbank wird kreisrund und um einen Baum herum gestellt. Ich hatte ein oder zwei Ornamente mit meinen Initialien im Kopf, die Prüfer haben letzendlich vier gefordert und vorgeschlagen, ich solle die Himmelsrichtungen darstellen. Eine schöne Idee, die gut zum Projekt passt.
Nach dem erfolgreichen Ablegen der Prüfung habe ich die Bank noch lackiert und anschließend im Garten meines Vaters aufgebaut. Damit hat dieses Projekt dann bis auf ein wenig Arbeit am Untergrund seinen Abschluss gefunden.
Die Bank steht, und damit auch mein Meistertitel. Das waren für mich zwei der größten Momente in 2021: die Prüfung selbst und das schlussendliche Aufstellen, der fertigen Bank.
Ein wenig technische Raffinesse versteckt sich ebenfalls in der Bank. So sind in der Sitzbank zwei kleine Kaffeetische verbaut, die entweder flächenbündig in der Sitzfläche liegen oder sich durch einen ausgeklügelten Klappmechanismus ausstellen lassen.