05.10.2022
Fünf Schritte zurück - eine alte Dame auf Reisen
Ich hatte versprochen, dass das hier kein Analog-Blog wird.
Und ich stehe zu meinem Wort!
Aber heute will ich doch nochmal drüber schreiben, denn ich habe beim letzten Mal auch versprochen, ein bisschen davon zu erzählen, wie es war, die Balda Juwella mit auf Reisen zu haben.
Ich habe endlich einen Film-tauglichen Scanner im Haus und ihn halbwegs im Griff!
(…halbwegs! Etwa bei der Hälfte der Bilder hier ist dann doch das Dia einfach abfotografiert.)
Das heißt jetzt kann ich auch endlich die Aufnahmen digitalisieren und online zeigen und das heißt jetzt können wir auch über die erste Reise mit meiner alten Dame reden.
Wer mir auf Instagram folgt, könnte in meinen Stories mitbekommen haben, dass die Gute uns mit nach Schottland begleitet hat.
Diesmal nicht mit einem Schwarz-Weiß-Negativfilm, sondern einem Dia-Farbfilm.
Sich für einen Film zu entscheiden ist nicht leicht, schlicht aufgrund der großen Bandbreite an Möglichkeiten. Ich wollte gern eine Vorahnung haben, wie die Bilder aussehen würden und hab‘ deshalb die Filmsimulationen vom Fuji-X-Weekly-Blog durchstöbert, denn viele davon sind echten Filmen nachempfunden.
Meine Wahl ist schlussendlich auf Kodak Ektachrome E100, gefallen. Da die einzelne Rolle hier schon bei c.a. 15 € liegt (fleißige Leser haben schon meinen Post zum Testlauf gelesen und erinnern sich, dass eine Rolle ganze 8 Auslösungen bereithält), sollten mir zwei Rollen für diese Reise reichen.
Wenn man eine solche Tour unternimmt und Fotos mit nachhause bringen möchte, dann möchte man nach Möglichkeit sicher gehen, dass die Fotos auch gut werden.
Mit einer zeitgenössischen Kamera wie meiner Fujifilm X-T3 ist das verhältnismäßig einfach:
Man bekommt so ziemlich, was man auf dem Display sieht, zuzüglich etwas Entwicklung und dem, was einem der kreative Geist noch bescheren mag.
Nimmt man aber für seine Fotos eine Filmkamera – noch dazu eine, bei der man den Bildausschnitt höchstens schätzen oder über längere Zeit ein Gefühl dafür entwickeln kann – dann wird jedes Bild zu einem Abenteuer. Zu einem Projekt, dem man wesentlich mehr Zeit widmet, als man üblicherweise auf ein Foto verwenden würde.
Die Fotos aufzunehmen war ähnlich spannend, wie mein Testlauf mit der Balda Juwella.
Denn nach Schottland fahren wir ja auch nicht jeden Tag.
Im Zuge meiner Aufnahmen, wobei die erste auf der Reise nicht meine, sondern Milas war – die Forth Bridges, habe ich zwar die eine oder andere gute Aufnahme machen können…aber oft genug hat’s auch nicht geklappt:
Mehr als ein Mal habe ich den Bildausschnitt verbockt, falsch belichtet, den Fokuspunkt falsch gesetzt…
Es ist halt ein Stück weit auch eine Gefühls- und Erfahrungssache.
Der Belichtungsmesser (oder eben meine App) hilft schon recht zuverlässig, die Aufnahme korrekt zu belichten, aber Entfernungen für das Fokussieren einzuschätzen fiel mir fast so schwer, wie mit dem Brillantsucher den richtigen Bildausschnitt zu finden.
Vielleicht hätte es auch geholfen, ein Stativ zu verwenden und es nicht alles frei Hand zu machen.
Als wir am Neist Point Lighthouse waren, hab‘ ich ein wirklich schönes Foto aufgenommen! Leider ohne Spitze vom Berg.
Die Ardbeg-Distille fällt ebenso aus dem Bild.
In Oban habe ich die Stadtpromenade fotografiert und dabei penibel drauf geachtet, dass der Bildausschnitt stimmt. Und das hat prima geklappt! Nur hatte ich nicht richtig fokussiert. Und als ich die Aufnahme mit korrektem Fokus erneut gemacht habe (und es kostet Überwindung, ein Foto zur Sicherheit nochmal zu machen…wie gesagt: für den ganzen Urlaub nur 16 Frames), hab‘ ich…den Bildausschnitt verbockt.
Tja, schön wär's gewesen, das Neist Point Lighthouse! Wenn doch nur der Berg mit drauf wäre!
Köstlicher Whisky, grauenhafte Komposition!
Schöne Komposition, aber leider nicht scharf...
Schön scharf, aber irgendwie daneben gezielt
Der Old Man of Storr hat aber geklappt (wenn auch einbisschen überbelichtet)! Genauso die Forth Bridges, die Mila fotografiert hat, Mila an den Clashnessie Falls und unser lieber Carl, unser rollendes Hotelzimmer auf den Fidden Farm Campsite.
Und über die freue ich mich ganz besonders, denn es hat schon etwas Faszinierendes, diese Bilder anzugucken und zu wissen: die Kamera, mit der die aufgenommen wurden, ist 84 Jahre alt.
Analoge Filme haben eben ihren ganz eigenen Charme.
Wenn ich jetzt noch etwas Übung bekomme, die Scans dann nachzubearbeiten, sodass sie auch dem Dia entsprechen, steht einer glorreichen Zukunft mit der Kamera aus der Vergangenheit nichts mehr im Weg!
Die erste Auslösung in Schottland oblag Mila - da hat alles geklappt!
Die alte Dame fotografiert den alten Mann - man könnte noch etwas nacharbeiten, das Bild ist wirklich ein bisschen zu hell...
Carl der Große auf der Fidden Farm Campsite - eins meiner liebsten Fotos
Mila vor den Clashnessie Falls
Ein neugieriges Schaf wirft ein Auge auf uns