17.11.2022
 

Die Geschichte hinter "Goldene Stunde"

 

Es ist Sommer 2021. 

Mila und ich sind im Caddy unterwegs und erkunden Deutschland das zweite Jahr in Folge. 

Unser Land hat echt einiges zu bieten! 

Ich meine…wir haben Ecken in Deutschland, die wirklich nicht nach Deutschland aussehen! 

Der Calmont an der Mosel zum Beispiel – insgesamt die ganze Ecke um Cochem – verströmt eher französisches oder italienisches Flair. 

 

Die Felder, die Berge, die Weinreben, die kleinen Dörfer entlang des Flusses mit wunderschönem Fachwerk. Man könnte fast glauben, man sei in der Toskana oder irgendwo in Frankreich! 

Es ist wirklich eine Reise wert. 

Deshalb waren wir hier auch zwei Jahre in Folge und hatten in beiden Jahren echt schöne Wanderungen. 

Sei es am Calmont selbst, zur Burg Elz oder einfach durch die Umgebung unseres Campingplatzes. 

Aber es gibt eine Gegend in unserem schönen Lande, die es uns noch mehr angetan hat, als die Mosel, ganz besonders, wenn es uns darum geht, zu wandern: das Elbsandsteingebirge.

Das soll Deutschland sein?

Die Steinformationen, die steilen Klippen, das zerklüftete Gebirge…

Ja, ich weiß, es ist ein ziemlich bekanntes Reiseziel, aber ganz ehrlich?

Das ist es absolut zu Recht! 

Häufig sind Touristenmagneten ja Touristenmagneten, weil sie einfach schön sind. Und wenn man sich dort dann von den ausgetretenen Pfaden fern hält, gibt's schon viel schönes zu entdecken.

Die Schrammsteine - nur eine von vielen beeindruckenden Felsformationen im Elbsandsteingebirge

Ist das zu glauben?

Und deshalb verschlägt es uns wieder und wieder hier her, und so auch im Sommer 2021, dieses Mal nach Hohnstein.

 

Auf dem Weg hier her haben wir festgestellt, dass mit unserem lieben Carlchen etwas nicht stimmt.

Irgendwas klingt anders als sonst, und sanftes Handauflegen offenbart: ein Radlager ist hin.

Also Werkstatt finden, die uns kurzfristig helfen kann…denn wir wollen ein paar Tage später weiter nach Rügen!

 

Wir haben Glück!

Nur ein paar Kilometer von unserem Campingplatz entfernt ist eine Werkstatt, die uns anbietet, noch am Abend unserer Ankunft den Schaden zu ermitteln.

Wir können sogar das Auto wieder mitnehmen, hinterher, was ganz praktisch ist…ist das Ding doch zeitgleich unser Wohn-und Schlafzimmer mit Kochnische und Minibar.

Einzige Bedingung der Werkstatt: der Wagen steht morgens um sieben wieder auf dem Hof, damit die Reparatur klappt, bevor mittags Feierabend und Wochenende ist.

Das haben wir nämlich völlig ausgeblendet! Urlaubsmodus, Wochentage aus! Verpassen wir den Termin, stranden wir, bis wieder Zeit für uns ist!

 

Warum ich das erzähle?

Weil ich gerne erzähle.

Und weil’s wichtig für den nächsten Morgen ist.

Weil's ein bisschen Nervosität verursachen wird.
Ich kann ja nicht einfach vernünftig sein und einfach 'ne ruhige Kugel schieben morgens.

 

Wir kehren also auf unseren Campingplatz zurück, machen’s uns gemütlich, haben einen entspannten Abend und schlendern zum Sonnenuntergang noch ein bisschen durch die Umgebung.

Eine bildhübsche Umgebung mit weiten Ausblicken und einem leuchtend roten Feuerball, der unter den Horizont taucht.

Da bekomme ich eine Idee:

Sonnenaufgang. Foto. Elbe mit Nebel drüber. Neues Video. Das wäre was.

 

Also beschließe ich, in aller Herrgottsfrühe aufzustehen und auf den Gickelsberg zu wandern, von dem aus ich theoretisch einen guten Blick Richtung Lilienstein und Königstein haben sollte.

Ist ja nicht weit. 2,5 Kilometer sagt mein Gefühl.
Sollte easy drin sein, um fünf aufzustehen, dort hoch zu laufen, zu fotografieren und um sieben wieder zurück zu sein, sodass wir frühstücken können und der Wagen um acht bei der Werkstatt steht.

Locker.
Ganz locker!

Naja, also fast ganz locker...
Sind nämlich keine 2,5 Kilometer...
Das merk' ich aber erst, als ich auf dem Hügel ankomme.

Und das vor dem Frühstück. Manchmal ist Planung echt nicht meine Stärke.

Ich gehe los, den Hang hinauf. 

Es ist blaue Stunde, alles noch verschlafen und still.

Ich stelle die GoPro auf, um die erste Aufnahme zu machen, wie ich durch die Felder laufe.

Allerdings ist mir ein Anfängerfehler unterlaufen: Batterien nicht gecheckt. Fast nix drin.

An Ende reicht es nicht mal, um den Hinweg zu filmen.

Schade eigentlich, denn der Weg an sich ist schön zu gehen! Ich laufe über Feldwege an Kuhherden vorbei, aktiviere auf einem Grundstück, das ich passiere den biologischen Wecker auf vier Beinen und bin tatsächlich kurz vor Sonnenaufgang auf dem Gipfel des Gickelsbergs.

Ich schaue in das Elbtal, der Fluss ist komplett von Nebel bedeckt, während das Umland beinahe völlig frei davon ist. Wunderschön anzuschauen.

Ich mache ein paar Aufnahmen, aber so recht überzeugen tut mich das Ganze nicht. Es sieht ganz nett aus...aber eben leider nur...ganz nett, irgendwie fehlt mir das goldene Licht der Sonne.

Dennoch genieße ich den Ausblick, schaue auf meine Uhr und

OH MIST, Ich sollte dringend zurück!

Knapp unterhalb des Gickelsbergs bietet sich schon ein ganz schöner Ausb

Ich packe meine Sachen zusammen, behalte meine X-T3 aber weiter in der Hand, und suche mir einen alternativen Weg, um vom Berg abzusteigen, ohne dem Hund erneut einen Grund zum Kläffen zu geben. 

Ich gehe durch den Wald und komme an einen Hang, an dem der Wald endet und die Aussicht auf die Landschaft freigibt. 

 

Die Sonne hat eben erst die Baumkronen erklommen, dünner Morgennebel liegt noch in der Luft, als ich diese kleine Baumgruppe sehe. 

Ich hebe die Kamera an‘s Auge, suche meinen Bildausschnitt 





*Klick* 

Eine wunderschöne Szenerie.

Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass ich kein Video aufnehmen konnte, weil ich Depp nicht die Akkus gecheckt habe…

Aber umso glücklicher bin ich über dieses Foto!

Ich stehe noch einen Moment dort, lasse den Blick über die Wiesen schweifen, als mir wieder einfällt…ich muss dringend zurück!

Wir haben da noch 'nen Werkstatttermin und der Hinweg war mit gut 5 Kilometern deutlich länger, als angenommen! So viel Zeit ist also wirklich nicht mehr!

So viel zum gemütlichen Frühstück!

 

Ich nehme die Beine in die Hand, den Hang wieder runter, vorbei am Biowecker, weil sich das doch nicht so recht vermeiden lässt, zurück an der Kuhherde vorbei über den Bergkamm und dann geschwind zurück zum Campingplatz!

Wir haben eine Werkstatt zu erreichen!

Geschafft! Das Auto wird repariert und wir können unseren Urlaub fortsetzen. Danke, Herr Forker!

Das war ein ziemlich anstrengender Morgen, muss ich sagen!
Und ja, vermutlich wäre es die vernünftigere Entscheidung gewesen, einfach auf dem Campingplatz zu bleiben, in Ruhe zu Frühstücken und ganz entspannt das Auto zum Doktor zu bringen.
Aber die bessere?

Das Foto ist bis heute...ich glaube, es ist tatsächlich mein Lieblingsfoto.
Darum ist's auch das Hintergrundbild meiner Startseite.
Und hängt zuhause an der Wand.

Was es übrigens auch bei dir kann, nur um am Ende doch noch unauffällig eine kurze Werbeeinheit für meinen Onlineshop zu platzieren.
Das will gelernt sein.



Kein Wunder, dass ich ständig früh aufstehe, um fotografieren zu gehen.
Klar, meistens wäre es im Bett schöner gewesen!

Aber ein Morgen wie dieser...

entschädigt für alles.