28.04.2022
 

Neue Bilder im Shop / Raus aus der Komfortzone 

 

 

Es gibt zwei neue Bilder in meinem Shop! 

 

Ich habe keinen Plan dafür, wie oft das passiert. Ich habe ja auch keinen Plan dafür, wie oft ich ein Portfolio-Stück produziere. 

Ich hab‘ höchstens einen Plan, wie oft ich mir wünsche, ein Portfolio-Stück zu produzieren, aber das ist einfach: 

Am liebsten jedes Mal 😉 

Das passiert natürlich nicht, genauso wenig, wie ich in meinen Videos jedes Mal traumhafte, beeindruckende Kunst kreiere. 

 

Darum geht’s ja aber auch gar nicht…oder nicht vorwiegend. 

Natürlich geht's mir drum, schöne Fotos zu machen. Fotos, die mich bewegen, die mir ein gutes Gefühl geben, wenn ich sie angucke. Fotos, die mich beruhigen und zum Träumen anregen. 

 

Aber gelegentlich, wenn ich raus gehe, tue ich das nicht, weil ich einen bestimmten Plan verfolge, sondern weil ich es brauche. 

Mich überkommt ab und zu einfach das Bedürfnis, meine Kamera in die Hand zu nehmen und damit Dinge zu tun. 

Meine Frau merkt das dann daran, dass ich nicht ruhig auf der Couch sitzen kann, obwohl es ein einwandfrei ruhiger Sonntag ist, und ich die ganze Zeit überlege, wo ich mal hinkönnte, was ich fotografieren könnte. Ich habe dann keine bestimmte Vorstellung, was meiner Situation allerdings nicht unbedingt hilft, weil mir diese Ziellosigkeit gelegentlich die Laune verdirbt. Immer wieder das Gleiche sehen? Immer dieselben Wege ablaufen, hoffen, dass dieses Mal etwas Spannendes dabei ist, wobei ich oft genug enttäuscht wurde? 

Aber ich weiß, dass ich diesem Verlangen nachkommen muss, weil ich sonst abends unzufrieden bin und meiner Liebsten damit auf die Nerven gehe. Und weil ich doch weiß, dass es jedes Mal gut tut. 

 

Wenn ich dann losziehe, genieße ich es meist sehr. Ich mache mir keinen Druck, zu fotografieren, sondern lasse mich von meiner Neugier leiten. Sie wird mich, das hat die Vergangenheit gezeigt, früher oder später zu einem Motiv führen, das ich interessant finde. 

Ich bin noch nie los gegangen und hinterher zurückgekehrt ohne ein einziges Mal auf den Auslöser gedrückt zu haben. 

Dabei ist es unterschiedlich, was mein Interesse weckt. Sicher, mich reizt am ehesten die Schönheit der Natur, aber irgendwo in mir verbirgt sich scheinbar ein Street-Fotograf oder so. Denn ich habe auch Spaß dran, Momente einzufangen. Das kommt zwar selten vor, aber ab und zu. 

 

Vergangenes Wochenende bin ich zum Maschsee gelaufen, um dort zu schauen, was der Sonnenuntergang für mich bereithält. Die Natur blüht so langsam auf und es wird wärmer, und ich finde, es gibt wenig so entspannendes, wie einen Spaziergang an einem lauen Frühlingsabend. 

Also Rucksack auf den Rücken, ein kaltes Getränk in die Flosse und eins in den Lastenbeutel, um unterwegs nicht zu verdursten und ab dafür. 

 

Ich bin quasi mit Beginn der goldenen Stunde zuhause gestartet und war dank des blauen Himmels mit reichlich goldenem Licht gesegnet. Ich hätte mir einige Wolken gewünscht, die dem Himmel etwas Textur verleihen, aber man kann nicht alles haben. 

 

Ich habe unterwegs zwar das eine oder andere Mal die Kamera gezückt und hindurchgeschaut, aber erst als ich schon am Strandbad vorbei war und am Rudolf-von-Bennigsen-Ufer hochgelaufen bin, habe ich wirklich etwas interessantes gefunden. Einen Kirschbaum in voller Blüte. 

Ich behaupte zwar, dass Blumen mich fotografisch nicht wirklich interessieren, aber ich muss zugeben...im richtigen Licht können es schon wirklich schöne Motive sein. 

So ging es mir mit dem wilden Mohn bei Arnum, der es sogar in meinen Shop geschafft hat, und so ging es mir auch mit dieser Kirsche. Meine 50 mm Festbrennweite sollte mir mit ihrer 1.8er Blende dienen. 

 

Das Foto ist zwar nicht überwältigend, aber sicherlich auch keins, für das ich mich schämen muss. 

Ich bin dann weitergelaufen, zur Löwenbastion. Hier habe ich die letzten Sonnenstrahlen genossen, aber keine wirklich schöne Komposition gefunden. Es ist ja nur mit einem schönen Motiv oder nur mit dem richtigen Licht nicht getan. Der ganze Bildaufbau muss stimmen, um ein besonderes Bild zu schaffen.

Also habe ich meinen Weg weiter fortgesetzt. Bis ich am Pier51 angekommen bin.

Und hier sollte ich mein schönstes Foto für den Abend schießen: den Steg voller Segelboote im roten Licht der gerade untergegangenen Sonne.

Zuerst habe ich einfach die Kamera auf’s Stativ gesetzt, weil ich mir vorgenommen habe, mich selbst zu entschleunigen, mir mehr Zeit dafür zu nehmen, meinen Bildaufbau auszuarbeiten.

Nach einigen kurzen Auslösungen habe ich den Rucksack dann abgesetzt und aufgerüstet:

Filter vor die Linse und Langzeitbelichtung. Dafür hat sich das Motiv einfach angeboten. 

Ein bisschen maritime Abendromantik.

76931

Glücklich darüber, einen möglichen “Keeper” geschossen zu haben (ich weiß nicht so recht, ob es ein deutsches, ähnlich griffiges bzw. eindeutiges Wort dafür gibt. Wenn du eins weißt: her damit!) habe ich mein Zeug zusammengepackt und meinen Spaziergang weiter fortgesetzt.

Kaltgetränk in die Pranke, Füße Marschrichtung Nordufer.

 

Hier erwartete mich die Überraschung des Abends:

Zwei Musiker, @SkiDs.1 und @nodding_beats (die Links führen zum jeweiligen Instagram-Profil) hatten es sich dort gemütlich gemacht, eine Box und zwei Synthesizer (glaube ich? Ich hab’ davon echt keinen Plan...Dinger für zum Fingerdrummen und Loopen) dabei und haben wirklich entspannte Musik gemacht.

Ich bin dran vorbei gegangen, aber ich habe mir Zeit gelassen.

Wer mich kennt, weiß, dass solche Musik wirklich nicht in meiner Playlist auftaucht...aber es war unheimlich entspannt und das hat sich sofort auf mich übertragen. 

Ich bin zuerst noch zum Sprengel-Museum, hatte dort eine Idee für ein Foto, eine Langzeitbelichtung der Kreuzung mit Lichtspuren der Autos in der Dunkelheit. Das hat aber nicht geklappt, weil die Gegebenheiten nicht zu der Vision in meinem Kopf gepasst haben.

Ich bin dann zurück an den Maschsee, zurück zur Musik und habe dort noch etwas verweilt.

Ich hatte ja eingangs erwähnt, dass ich gerne auch Momente einfange, und dies war so ein Moment: wie die zwei dort sitzen, es waren auch noch zwei Freunde dazu gekommen, und ihre Musik machen. Das Licht der Displays auf den Gesichtern dessen, der sie bedient und wie er Freude dran hat. Es hat mich etwas Überwindung gekostet, aber ich habe mir schließlich ein Herz gefasst und ihn, SkiDs, angesprochen, ob es für ihn in Ordnung wäre, wenn ich versuche, ihn zu fotografieren und das einzufangen – mit Hinweis darauf, dass ich mit so etwas echt keine Erfahrung habe, aber es wenigstens versuchen möchte.

 

Es hat sicher nicht geholfen, dass ich als Linse meiner Wahl erneut das 50 mm f1.8 Objektiv genommen habe. Schließlich ist das, geneigte Leser meines Blogs oder Zuschauer meines YouTube-Kanals werden sich erinnern: das Ding war nie für diese Kamera gedacht…es wurde sogar gebaut, weit bevor diese Kamera überhaupt entworfen wurde…die mit ihrem Crop-Sensor ihrerseits auch nicht ideal für Aufnahmen mit wenig Licht ist.

Dazu ein schlichter Bajonettadapter, damit es zwar an diese Kamera dran geht, aber nix mit Autofokus, Belichtungsmessung oder, Gott bewahre, Bildstabilisator!

Für jemanden ohne Erfahrung damit, Menschen im Dunklen zu fotografieren, wirklich nicht die besten Voraussetzungen.

Und was soll ich sagen?

Die Fotos sind allesamt nichts geworden! Alle unscharf, weil Fokus verbockt, verwackelt, weil ich zu lange belichten musste, um überhaupt etwas auf den Sensor zu bannen und verschneit wie Ende Januar, weil ich gewagt habe, den ISO-Wert bis an den Anschlag hoch zu schrauben.

Das ist sehr, sehr schade, weil ich diesen Moment wirklich gerne festgehalten hätte. 

Aber es hat mir Spaß gemacht! Und ich bin davon sicher nicht dümmer geworden! Und deshalb war es eine gute Idee.

 

Das war ein mächtig weiter Bogen, den ich da gemacht habe, nur um zu erzählen, dass es sich immer lohnt, raus zu gehen, auch wenn nicht immer ein Bild für die Ewigkeit entsteht und um dann zu sagen:

 

Aber diese zwei Bilder, “Durchatmen” und “Erste Blüte” sind wirklich schön geworden und deshalb möchte ich sie der Welt – dir, geschätztem Leser – zum Kauf anbieten.

Also wenn du einen großen, weißen Fleck auf deiner Wand hast, der geschmückt werden soll und dir ein kleiner Harzer Fluss oder eine blühende Kornelkirsche im goldenen Licht vorschwebt, dann schau‘ ruhig in meinem Shop vorbei. Und auch, wenn dir ein anderes Bild aus meinem Angebot zusagt.

 

Und wenn du es wirklich bis hier her geschafft hast, zu lesen:

Mit dem Gutschein-Code „ BLOGBONUS10 „ erhälst du in den nächsten 4 Wochen (also bis zum 26.05.2022) einen Rabatt von 10% auf deinen Bestellwert!

Wenn das nix ist!